Warum „weniger“ im Intake oft mehr Mandate bedeutet

In vielen Kanzleien ist das Intake-Formular zu lang. Das Ergebnis ist vorhersehbar:

  • gute Anfragen brechen ab,
  • Daten sind trotzdem unvollständig,
  • Routing wird zur Bauchentscheidung,
  • Follow-ups passieren „wenn Zeit ist“.

Das Ziel ist nicht „mehr Informationen“, sondern ein verlässlicher Prozess: Status, Owner, nächster Schritt, SLA.

Prinzip: Intake erfasst nur, was Routing und eine saubere Erstreaktion wirklich brauchen. Alles andere folgt in einer strukturierten Nachqualifizierung.


Das 7-Felder-Minimalformular (Copy/Paste)

Feld Typ Warum es drin ist Typische Fehler
1) Kontakt Pflicht Ohne Rückkanal kein Prozess „Telefon optional“ und niemand erreicht den Lead
2) Bevorzugte Rückrufzeit Optional (aber stark) reduziert Ping-Pong & erhöht Conversion Freitext statt Auswahl
3) Kategorie/Rechtsgebiet Pflicht (Dropdown) macht Routing möglich Freitext („Arbeitsrecht??“)
4) Dringlichkeit/Frist Optional (Dropdown) Priorisierung + Follow-up Logik Datumsfeld ohne Validierung
5) Kurzbeschreibung (1-3 Sätze) Pflicht Kontext für Erstreaktion Romantexte ohne Struktur
6) Standort/Bezug (falls relevant) Optional Routing nach Standort/Team Pflichtfeld ohne echten Nutzen
7) Datenschutz/Einwilligung Pflicht rechtliche Basis für Kontakt zu lang, unklar, „Marketing“

Wenn ihr nur 5 Felder wollt: Streicht Standort + Rückrufzeit - aber behaltet Kategorie und Kurzbeschreibung.


Validierung: Was ihr an der Quelle prüfen solltet

Ein Intake scheitert selten an KI - sondern an Datenqualität.

Minimal-Checks (reicht oft schon):

  • E-Mail: Formatvalidierung + domain sanity check
  • Telefon: nur Ziffern + Länge
  • Kategorie: nur aus Dropdown (keine Freitexterfindungen)
  • Kurzbeschreibung: Mindestlänge (z. B. 30 Zeichen) + Maximalgrenze

Dedup (leicht, aber wirkungsvoll):

  • gleiche E-Mail innerhalb von 7 Tagen → als „Update“ behandeln statt neuer Fall

Nachqualifizierung: die 5 Fragen, die später kommen (nicht im Formular)

Diese Fragen sind wichtig - aber nicht zwingend beim Erstkontakt:

  1. Gegenpartei/Arbeitgeber/Vertragspartner (für Konfliktcheck)
  2. Dokumente/Uploads (nur wenn nötig)
  3. Ziel des Mandanten (Erwartungsmanagement)
  4. Budgetrahmen (falls relevant)
  5. Details zur Historie (strukturiert, nicht im Freitext)

KPI-Block: Woran ihr merkt, ob euer Intake besser wird

  • Median-Antwortzeit (Zielwert: <12h)
  • Zeit bis Entscheidung (Zielwert: <72h)
  • Routing-Zielquote (Zielwert: >85%)

Wenn ihr das nicht messen könnt, ist das Formular fast immer „zu kreativ“ (Freitext, keine Kategorien, keine Statuslogik).


Nächster Schritt

Wenn ihr wollt, prüfen wir euer aktuelles Intake in 30 Minuten entlang dieser Punkte (Felder, Statusmodell, Follow-ups, KPIs) und schlagen ein Minimal-Setup vor.

  • Kontext: Teamgröße + Eingangskanäle
  • Ziel: 1 KPI, das stabilisiert werden soll
  • Systeme: 2-3 Tools, die bleiben müssen

Leitfaden: Lead-Intake Automatisierung

Mehr Kontext (Statusmodell, Follow-ups, KPIs):
Intake-Routing in Kanzleien


Weiterführende Ressourcen: Unser Digitalisierungs-Check zeigt in 3 Minuten, wo Ihre Kanzlei steht. Für einen umfassenden Überblick lesen Sie unseren Leitfaden Digitale Kanzlei 2026 oder den Kanzleisoftware-Vergleich 2026.