"Wer hat nächste Woche noch Kapazität?" - eine Frage, die in vielen Dienstleister-Teams zu hektischem Spreadsheet-Öffnen führt. Kapazitätsplanung muss nicht kompliziert sein. Aber sie braucht klare Daten und einen einfachen Prozess.

Was Kapazitätsplanung leisten muss

Drei Fragen muss eine gute Kapazitätsplanung beantworten:

  1. Wer ist verfügbar? (Nicht im Urlaub, nicht ausgelastet)
  2. Wann wird es eng? (Vorausschau auf 2-4 Wochen)
  3. Passt das neue Projekt? (Realistische Einschätzung vor Zusage)

Mehr braucht es nicht. Alles darüber hinaus ist nice-to-have.

Die Datengrundlage

Kapazitätsplanung funktioniert nur mit verlässlichen Inputs:

Verfügbare Kapazität pro Person

  • Wochenstunden minus Urlaub, Krankheit, interne Arbeit
  • Realistisch: 60-70% der Arbeitszeit sind verplanbar, der Rest ist Buffer

Geplante Arbeit

  • Laufende Projekte mit geschätztem Restaufwand
  • Feste Termine (Meetings, Workshops, Deadlines)

Pipeline

  • Wahrscheinliche Projekte (gewichtete Kapazität)
  • Definitive Zusagen

Einfaches Kapazitätsmodell

Für Teams bis 15 Personen reicht oft ein einfaches Modell:

Person Kapazität/Woche Geblockt Verfügbar
Anna 32h 28h 4h
Ben 40h 20h 20h
Clara 32h 32h 0h

Update-Rhythmus: Wöchentlich, 15 Minuten im Team-Meeting.

Automatisierung der Kapazitätsplanung

Diese Daten lassen sich automatisch zusammenführen:

  • Kalender-Sync: Geblockte Termine = nicht verfügbar
  • PM-Tool-Integration: Zugewiesene Tasks = geplante Arbeit
  • Abwesenheits-Tool: Urlaub, Krankheit automatisch berücksichtigen

Ein n8n-Workflow kann täglich die Verfügbarkeit aggregieren und in ein Dashboard (Notion, Google Sheet, Airtable) schreiben.

Engpässe erkennen

Kritische Signale:

  • Auslastung > 85%: Kein Buffer für Unerwartetes
  • Skill-Konzentration: Nur eine Person kann Aufgabe X - Risiko bei Ausfall
  • Pipeline-Stau: Mehr Zusagen als Kapazität in den nächsten 4 Wochen

Früherkennung ermöglicht rechtzeitige Reaktion: Freelancer einbinden, Deadlines verschieben, Projekt ablehnen.

Häufige Fehler

Zu optimistische Planung: 40h Kapazität bedeutet nicht 40h verplanbare Arbeit. Realistische Planung rechnet mit 70%.

Keine Vorausschau: Wer nur die aktuelle Woche sieht, wird von der nächsten überrascht. Minimum: 4 Wochen Vorausschau.

Statische Planung: Kapazität verändert sich. Wöchentliches Update ist Pflicht.

Tools und Setups

Für kleine Teams (5-10 Personen):

  • Google Sheet oder Notion-Datenbank
  • Manuelles Update, wöchentlich

Für mittlere Teams (10-25 Personen):

  • Spezialisiertes Tool (Forecast, Float, Resource Guru)
  • Integration mit PM-Tool und Kalender

Die Tool-Wahl ist zweitrangig - wichtiger ist der Prozess.

Kapazitätsplanung starten

  1. Baseline erfassen: Wie viel Kapazität hat jede Person? (Ehrlich sein)
  2. Aktuelle Auslastung messen: Was ist schon verplant?
  3. Wöchentlichen Rhythmus einführen: 15 Minuten Review reichen
  4. Vorausschau etablieren: Mindestens 4 Wochen

Wenn Sie Ihre Kapazitätsplanung systematisieren möchten, können wir gemeinsam prüfen, welche Datenquellen und Automatisierungen bei Ihnen sinnvoll sind. Gespräch vereinbaren


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