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n8n Betrieb: 10‑Punkte‑Check vor Go-live

Ein Workflow ist nur so gut wie sein Betrieb. Diese Checkliste sorgt dafür, dass n8n-Prozesse stabil laufen: Owner, Monitoring, Fehlerpfade, Dokumentation.

04. Januar 2026Aktualisiert: 18. Februar 2026
Hinweis zur Qualität
  • Fokus: Prozess/Betrieb statt Tool-Hype
  • Stand: 18. Februar 2026
  • Keine Rechtsberatung – nur Organisations-/Prozessmodell
  • Wie wir arbeiten

Warum diese Checkliste?

Der häufigste Fehler: „Workflow läuft" wird mit „Workflow ist betriebsfähig" verwechselt. Ein Workflow, der funktioniert, ist noch lange nicht produktionsreif.

Go-live heißt: Fehler werden bemerkt, verstanden und behoben – ohne Bauchgefühl, ohne „mal nachschauen", ohne Mandanten-Beschwerden als Frühwarnsystem.


Das Problem mit „Es läuft doch"

Ein Workflow funktioniert im Test. Super. Aber was passiert, wenn:

  • Die API antwortet mal nicht?
  • Ein Pflichtfeld leer ist?
  • Der gleiche Datensatz zweimal kommt?
  • Der Owner im Urlaub ist?
  • Niemand merkt, dass seit 3 Tagen nichts mehr läuft?

Ohne Vorbereitung wird jedes dieser Szenarien zum Feueralarm.


Die 10 Punkte vor Go-live

1. Owner + Vertretung festgelegt

Nicht „das Team", sondern eine konkrete Person. Plus eine Vertretung, die weiß, wie es funktioniert.

Prüffrage: Wenn um 22 Uhr ein Alert kommt – wen rufen wir an?

2. Ziel & KPI definiert

Jeder Workflow hat genau einen Erfolgs-KPI. Nicht fünf, einen.

Beispiele:

  • Lead-Intake: Zeit bis Erstreaktion <4h
  • Dokumenten-Workflow: Fehlerquote <2%
  • Reporting: Pünktlichkeitsquote >95%

3. Trigger-Monitoring eingerichtet

Würdet ihr merken, wenn 24 Stunden lang nichts läuft? Die meisten Workflows haben einen erwarteten Rhythmus. Wenn er abweicht, muss ein Alert kommen.

Beispiel: Lead-Intake bekommt normalerweise 3-10 Anfragen/Tag. Wenn einen ganzen Tag lang 0 Anfragen kommen, ist wahrscheinlich etwas kaputt.

4. Fehlerpfad definiert

Was passiert bei Fehlern?

  • Retry: Wie oft, in welchen Abständen?
  • Dead-Letter-Queue: Wo landen fehlgeschlagene Datensätze?
  • Benachrichtigung: Wer erfährt davon?
  • Manuelle Nachbearbeitung: Wie geht das?

Regel: Keine Daten einfach „verlieren".

5. Logging eingerichtet

Relevante IDs und Referenzen werden geloggt – aber keine sensiblen Inhalte.

Geloggt werden:

  • Externe IDs (Lead-ID, Mandanten-Nummer)
  • Timestamps
  • Status-Übergänge
  • Fehler mit Kontext

Nicht geloggt werden:

  • Persönliche Daten
  • Passwörter, API-Keys
  • Vollständige Dokumente

6. Secrets/Keys: Rotation geplant

Wer erneuert API-Keys, wenn sie ablaufen? Wann laufen sie ab?

Dokumentiert:

  • Liste aller Secrets mit Ablaufdatum
  • Owner für jedes Secret
  • Rotations-Prozess (wie lange dauert es?)

7. Datenvalidierung am Eingang

Schlechte Daten früh abfangen, nicht mittendrin im Workflow.

Minimal:

  • Pflichtfelder vorhanden?
  • Format korrekt (E-Mail, Telefon)?
  • Erwartete Werte (Status aus bekannter Liste)?

8. Idempotenz sichergestellt

Wenn der gleiche Datensatz zweimal ankommt (passiert häufiger als gedacht), darf er nicht zweimal verarbeitet werden.

Prüffrage: Was passiert, wenn ein Webhook zweimal feuert?

9. Runbook dokumentiert

Eine Seite, die alles Wichtige enthält:

  • Was macht der Workflow?
  • Wie wird er getriggert?
  • Was sind die Outputs?
  • Top 3 Fehler + Lösungen
  • Wie funktioniert der Fallback?

10. Testfälle durchgespielt

Mindestens 5 echte Varianten, nicht nur der Happy Path:

  1. Normalfall (alles korrekt)
  2. Fehlende Daten (Pflichtfeld leer)
  3. Ungültige Daten (falsches Format)
  4. Duplikat (gleicher Datensatz nochmal)
  5. Ausfall (API nicht erreichbar)

Checkliste zum Abhaken

# Punkt Status
1 Owner + Vertretung
2 KPI definiert
3 Trigger-Monitoring
4 Fehlerpfad (Retry, Dead-Letter)
5 Logging (ohne sensible Daten)
6 Secrets-Rotation geplant
7 Datenvalidierung am Eingang
8 Idempotenz geprüft
9 Runbook vorhanden
10 5 Testfälle bestanden

Regel: Alle 10 Punkte müssen grün sein vor Go-live. Keine Ausnahmen.


Mini-Runbook-Template

Workflow: [Name]
Owner: [Name + Kontakt]
Vertretung: [Name + Kontakt]

Trigger: [Was startet den Workflow?]
Erwartete Frequenz: [z.B. 5-20x/Tag]

Outputs:
- [Wohin gehen die Daten?]
- [Welche Systeme werden aktualisiert?]

Fehlerfälle:
1) API nicht erreichbar
   → Retry 3x, dann Dead-Letter + Alert

2) Pflichtfeld fehlt
   → Validation Error, manuelle Queue

3) Duplikat erkannt
   → Skip, Log, kein Alert

Fallback (manuell):
[Wie arbeitet man weiter, wenn der Workflow komplett ausfällt?]

Letzte Änderung: [Datum]

Nächster Schritt

Nehmt euren wichtigsten Workflow und geht die 10 Punkte durch. Wo sind die Lücken?

Leitfaden: n8n Workflows für Kanzleien

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  • Teamgröße (ca.)
  • 2–3 Systeme (z. B. E-Mail, CRM, DMS)
  • 1 Ziel-KPI (Antwortzeit, Durchlaufzeit, Routing-Quote …)
  • Aktueller Engpass (Übergaben, Status, Datenqualität)

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