Zeiterfassung ist ein notwendiges Übel. Zu wenig Tracking führt zu ungenauen Rechnungen und schlechter Projektsteuerung. Zu viel Tracking kostet Zeit und nervt das Team. Die Lösung: So viel wie möglich automatisieren.
Warum Zeiterfassung scheitert
Die häufigsten Probleme:
- Nachtragen statt Echtzeit: Freitags wird geschätzt, was Montag bis Donnerstag passiert ist
- Zu granular: 15-Minuten-Intervalle für jede Aufgabe – unrealistisch
- Keine Kategorien: "Projektarbeit" sagt nichts über die tatsächliche Tätigkeit
- Systembruch: Zeit in Tool A, Rechnung in Tool B, Reporting in Tool C
Das Ergebnis: Unzuverlässige Daten, die weder für Abrechnungen noch für Projektsteuerung taugen.
Was sich automatisieren lässt
1. Kalender-basierte Erfassung
Meetings und geblockte Zeiten automatisch als Zeiteinträge übernehmen. Funktioniert gut für Beratung, Workshops, Calls.
2. Tool-Integration
Zeit aus Projektmanagement-Tools (Asana, Monday, Jira) übernehmen. Task abgeschlossen = Zeit automatisch gebucht.
3. Aktivitäts-Tracking
Browser-Extensions oder Desktop-Apps, die aktive Anwendungen tracken. Datenschutz-sensitiv, aber für Einzelpersonen praktisch.
4. Automatische Kategorisierung
Projekt-Tags basierend auf Kalender-Titel, E-Mail-Absender oder Task-Zuordnung.
Praxis-Setup: n8n + Google Calendar + Harvest
Ein typischer Workflow für Dienstleister:
- Trigger: Kalender-Event endet
- Filter: Nur Events mit Projekt-Tag (z.B. "[PROJ:Kunde-A]")
- Harvest API: Zeiteintrag erstellen mit Projekt, Dauer, Notiz
- Optional: Slack-Nachricht bei fehlender Zuordnung
Das Ergebnis: Meetings werden automatisch erfasst, nur ungeblockte Zeit muss manuell nachgetragen werden.
Grenzen der Automatisierung
Nicht alles lässt sich automatisieren:
- Deep Work ohne Kalender-Block: Lässt sich nicht zuverlässig tracken
- Kontextwechsel: Wenn 30 Minuten auf 3 Projekte verteilt sind
- Qualitative Arbeit: War die Stunde produktiv oder nicht?
Die Regel: Automatisierung für strukturierte Arbeit (Meetings, Tasks), manuelles Nachtragen für den Rest – aber vereinfacht.
Zeiterfassung vereinfachen
Wenn Automatisierung nicht reicht, hilft Vereinfachung:
- Tages-Buckets statt Minuten: Morgens, Mittags, Nachmittags – reicht für 80% der Fälle
- Standard-Kategorien: Maximal 5-7 Kategorien, nicht 50
- Wöchentliche Review: 15 Minuten pro Woche für Korrekturen statt täglichem Micro-Tracking
Reporting und Abrechnung
Gute Zeitdaten ermöglichen:
- Projekt-Profitabilität: Geplante vs. tatsächliche Stunden
- Team-Auslastung: Wer hat Kapazität, wer ist überlastet?
- Angebotskalulation: Realistische Schätzungen für neue Projekte
Das funktioniert aber nur, wenn die Datenqualität stimmt – und die kommt durch Automatisierung plus einfache Prozesse.
Wenn Sie Ihre Zeiterfassung automatisieren möchten, prüfen wir gern, welche Integrationen für Ihr Setup sinnvoll sind. Termin vereinbaren